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Schön schreiben
macht attraktiv


Da sind sie, die heissen Tage. Sobald ich mich in der Sonne bewege, schiesst mir der Schweiss ein. Wie sieht das erst im Juli und August aus? Natürlich will ich mich nicht beklagen, wir haben alle sehnsüchtig auf den Sommer gewartet.

Aber man fühlt sich halt schon grausam unattraktiv, am Ende eines warmen, schweisstreibenden Tages. Doch das Gefühl trügt: Gerade beim Schwitzen gibt der Körper Pheromone ab, die auf mögliche Partner anziehend wirken.


Pheromon

Etwas Theorie dazu? Pheromone sind chemische Botenstoffe, die ein Lebewesen abgibt, um bei einem Lebewesen der gleichen Art – in unserem Fall also einem anderen Menschen – eine Reaktion auszulösen. Pheromone sind also Hormone fürs Zwischenmenschliche. Bewusst steuern kann man sie nicht und bewusst wahrnehmen auch nicht. Aber sie spielen in der Partnerwahl eine wichtige Rolle, da sind sich Forscher einig.


Die Sprache – Pheromon des Online-Datings

Aber wie hilft mir das beim Online-Dating? Über Swissflirt kann man natürlich keine Pheromone übertragen. Dafür haben wir da die schriftliche Sprache und die funktioniert ganz ähnlich: Sie wirkt unterbewusst auf den Leser oder die Leserin. Ja tatsächlich: Wohlformulierte Sätze machen attraktiv. Aber wie formuliere ich gute Sätze? Hier ein paar Tipps für den Anfang:

  • Benutze Verben statt Adjektive. Deine Anzeige wirkt sofort viel dynamischer. Versuche aber aussagekräftigere Verben zu finden als die Allerweltwörter «haben» und «sein». Beispiel gefällig? «Ich bin reiselustig und offen für neue Kontakte» klingt, als würdest du nur davon träumen. «Ich reise um die Welt und lerne täglich neue Menschen kennen» trieft hingegen nach Abenteuer.
  • Passive Sätze mit «werden» verschleiern die handelnde Person. «Ich werde gerne bekocht.» Aha, und von wem? Besser, du nennst das Kind beim Namen: «Koch für mich, dann erledige ich den Abwasch massiere dir den Rücken!»
  • Formuliere fürs Online-Dating kurze und mittellange Sätze, am besten abwechselnd. Das gibt einen flotten Rhythmus in deinen Text. Lange Sätze solltest du immer kürzen.
  • Verzichte auf Füllwörter. «Eigentlich» kannst du eigentlich streichen. Und «Auch» und «doch» sind doch auch oft überflüssig.
  • Achte auf eine korrekte Rechtschreibung. Lies deinen Text vor dem Absenden IMMER noch einmal durch. Benutze Google, wenn du dir bei einer Formulierung nicht sicher bist. Tippfehler siehst du besser, wenn du den Text von hinten nach vorn liest. So zwingst du dein Hirn, jedes Wort einzeln zu beachten.

Natürlich sollst du trotzdem die Wahrheit schreiben und dich nicht verstellen. Finde deinen eigenen Stil, aber sei dir bewusst, dass er etwas über dich aussagt. Wer mit einer direkten Sprache schnell auf den Punkt kommt, wirkt draufgängerisch. Wer mit Worten detaillierte Bilder malt, wirkt intelligent und einfühlsam.


Noch mehr Schreibtipps – frisch aus dem Internet

  • Die Kolumne Zwiebelfisch im Spiegel beschäftigt sich schon seit Jahren mit den Feinheiten der korrekten Sprache.
  • Wolf Schneider hat lehrreiche Bücher über die deutsche Sprache geschrieben. Zum Beispiel «Deutsch! Das Handbuch für attraktive Texte».
  • Gib deinen Text beim Füllwörter-Test ein. Er zeigt dir, welche Wörter du weglassen kannst. Hier ist eine weitere Website, die deinen Text analysiert und Hinweise auf Verbesserungen gibt.
  • Über Google findest du zahlreiche weitere Tipps zu gutem Deutsch und teilweise auch unterschiedliche Meinungen. Hier ein Beispiel.

Ich dusche mir jetzt die Pheromone ab und lese ein Buch von Wolf Schneider. Wäre meine Sprache schon gut genug, hätte ich den Traumpartner ja längst gefunden.

deine Eva Rosengold